Ein Wochenende in Devon

Hallo ihr Lieben,
ich hab vielleicht was hinter mir! Mann oh Mann!
Britischer Familienurlaub in der Walachei! 5 Tage im Grimwad´schen Cottage in Devon...
Alles fing damit an, dass Grim beschloss die gesamte Planung auf sich zu nehmen. Und wir ließen ihn auch noch! Ganz schwerer Fehler!
Das erste Desaster ließ auch nicht lange auf sich warten: Wie bekommt man Gepäck für fünf in einen Toyota, der zwar von außen Eindruck macht, innen aber doch ziemlich überschaubar und vor allem bis zur Decke zugemüllt ist? Während der ganzen Fahrt musste ich Wadenkrämpfe ertragen, weil meine Beine zwischen kaputtem Spielzeug, Altglas, Schuhen, ausrangierten Regenschirmen, Dosen und Klamotten eingeklemmt waren.
Nachdem es Grim tatsächlich geschafft hatte alles zu verstauen, nicht ohne jedes mal laut aufzufluchen, wenn er eine Tür öffnete und ihm wieder alles entgegen fiel: “For God´s sake....bloody hell...........FUCK!“
Zu diesem Zeitpunkt, muss man wissen, war es bereits 8.30 pm, die Kinder heillos überdreht und Fran und ich einfach nur gestresst.
Um halb zehn ging's dann endlich los, nach siebenmaligem Alarmanlagencheck:“Grim, for heaven´s sake, I DID switch it on- NOW GET IN THE BLOODY CAR!“
Das Abenteuer Roadtrip konnte endlich beginnen. Die erste Unterbrechung folgte jedoch schon nach 30 Metern! “Where are the keys for the cottage?!“
Fran:“Where they always are, David!“ Wenn sie ihn so nennt, zieht man am besten den Kopf ein und macht sich unsichtbar!!
Nach einem zehnminütigen Disput, einigten sie sich darauf, dass die Schlüssel wie immer im Handschuhfach liegen und, dass man weiterfahren solle. Thank God!
Es musste aber noch getankt werden- nicht ohne "Who wants crisps, chocolate, winegums??“ Ich hätte ja niemals damit gerechnet, aber knappe 20 Minuten später befanden wir uns auf der M5 nach Bristol. Nicht ohne Grims Lieblingscd: Indische Tempelgesänge -maximale Lautstärke. Da ich das Glück hatte auf dem Beifahrersitz sitzen zu dürfen, wurde mir die Ehre zuteil Grim wach und am Leben zu halten. Sprich: Ich wurde zum Fressalienreicher ernannt: "Kathie, could you give me some cranberry juice?“ "Of course Grim!“ 2 Minuten später: "Can I have some winegums??“ „Here you are, Grim!“ 10 Minuten später: „Actually I would like to have some raisins, please!“ (grrrrrr!) Ich bin bald wahnsinnig geworden davorne, gut, dass die Kinder schnell eingeschlafen sind, die hätte ich nicht auch noch ertragen.
Nach drei zähen Stunden sind wir schließlich um 1.30 am im Cottage und somit in Ponsworthy angekommen. Gut, dass ich im Dunkeln nicht sehen konnte, dass es genau vier andere Häuser noch im Dorf gab und eine Telefonzelle, sonst hätte ich Grim angebettelt wieder umzudrehen und zurück nach London zu fahren. Tja, aber diese unangenehme Wahrheit sollte mir erst am nächsten Morgen klarwerden, als ich die Vorhänge öffnete. Weit und breit nichts anderes als Wiesen und Berge. Na toll, das kann ja heiter werden, dachte ich.
Ich gebe euch jetzt eine kurze Zusammenfassung von den nächsten Tagen. Wenn ich alles genau erzählen würde, würdet ihr mir doch nur einschlafen... Morgens wurde ich generell von Kindergeschrei geweckt, was mich teilweise echt zum Tier hat werden lassen. Wenn ich eins nicht abkann, dann sind das Kinder morgens um halb sechs. Da fragt man sich, warum ich Au Pair geworden bin!
Ansonsten waren wir jeden Nachmittag spazieren, jedes mal um die vier Stunden, sehr anstrengend, aber schön, weil Devon echt schick ausschaut, mit seinen grünen Hügeln, Felder, Wiesen, Steinhaufen und Wildpferden. Abends wurde immer groß gekocht und danach das Weinlager geplündert. Also die Briten können aber auch trinken, ungeheuerlich! Da meint man echt, die machen den ganzen Tag nichts anderes.
Am Dienstag ging's dann endlich wieder nach London. Freunde, ich kann euch sagen, ich hab mich noch nie so auf London gefreut! Endlich wieder Handyempfang, Internet, normale Leute, Straßenlaternen und ein Zimmer ganz für mich allein, Zutritt für Kinder verboten. Besonders morgens zwischen 5.30 und 12.30h.
Die nächsten Tage muss ich mich noch Jemima kümmern, die immer noch Ferien hat! Warum haben Kinder überhaupt Ferien??? Aber der nächste Lichtblick ist schon in Sicht: Freitag, der 1. Juni! Denn ab dann ist es nur noch 1 Monat bis ich endlich zurück nach München komme! Ich freue mich schon so!
Ganz liebe Grüße aus dem verregneten London! Kathi xxx

1.6.07 16:44

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(5.6.07 11:54)
Jaja, die Beifahrer werden gerne als Kantine missbraucht - das ist auch immer mein Job... besonders schoen ist das immer, wenn wir nach Holland fahren und noch nicht mal ueber Putney Bridge drueber sind und Vera schon anfaengt zu noergeln: "I want my pain de chocolat!!"

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